Sharing lohnt sich

Wenn Lena ihre Wohnung verlässt, um in Stuttgart auszugehen, lässt sie ihren Pkw in der Tiefgarage stehen. Einen Parkplatz findet sie in der City ohnehin nicht. Und wenn, dann nur für teuer Geld. Lena hat es ausgerechnet: Innerstädtische Parkgebühren von 4 Euro pro Stunde sind keine Seltenheit. Zudem sind die Parkzeiten meist limitiert. Wer überzieht, riskiert ein Knöllchen oder wird, wenn's ganz schlecht läuft, sogar abgeschleppt.

 

Urbane Mobilität geht heute viel entspannter, effizienter und günstiger. Dank Sharing.

Lena ist in den vergangenen zwei Jahren zum Carsharing-Fan geworden. Ihre bevorzugten Vehikel: Elektro-smarts fortwo von car2go. Eine App zeigt ihr punktgenau, wo der nächste Wagen auf sie wartet. Das Beste: Die kurzen Elektroflitzer finden in der überfrequentierten Innenstadt fast überall eine Lücke, in der man sie kostenlos abstellen kann. Rund 500 smart fortwo umfasst die emissionsfreie Flotte plus 50 Mercedes B-Klassen – allein in Stuttgart. Insgesamt sorgen rund 14.000 car2go Fahrzeuge in 25 Großstädten weltweit für flexible Mobilität.

 

 

Sharing ist Freiheit.

„Ein eigenes Auto in einer Großstadt ist oft nicht nötig. Die Nutzung kostet Zeit, Nerven und Geld. Carsharing wie car2go ist für mich Freiheit und Sparsamkeit in einem“, schmunzelt Lena.

 

Die Steigerung von Carsharing-Lösungen à la car2go ist Ridesharing. „Ridesharing“ meint: Die Flexibilität von Taxis trifft auf den Community-Gedanken. Dazu gehören Mitfahrzentralen und Taxi-Apps (z.B. mytaxi) genauso wie Network Companies, die private Fahrdienste anbieten, wie Uber und Lyft. Bei allem Begriffs-Wirrwarr: Allen gemeinsam ist das Ziel, Menschen dort abzuholen, wo sie sind, Wege clever zu gestalten mit den jeweils optimalen Verkehrsmitteln und gemeinsam ein Fahrzeug zu nutzen.

Für viele ist Ridesharing die Mobilität der Zukunft, vor allem im urbanen Umfeld. Auch moovel, eine Tochter der Daimler AG, setzt auf intermodale Mobilität, d. h., dass innerhalb eines Weges unterschiedliche Verkehrsmittel genutzt werden. moovels Ziel ist es, zur offenen Mobilitätsplattform zu werden, sodass Nutzer in jeder Situation die jeweils beste Wegekette für sich finden und planen können. Mit diesem Konzept wird versucht, eine preisgünstige Alternative zu Taxis zu bieten.
Selbstverständlich mit grünem Licht seitens des Gesetzgebers. Denn zum Einsatz kommen ausschließlich professionelle Dienste bzw. Fahrer mit Personenbeförderungsschein. moovel agiert als Partner von Städten, Verkehrsverbünden und Kunden. Die Mobilitäts-App moovel kombiniert car2go, öffentlichen Personennahverkehr, mytaxi, Mietfahrräder sowie die Deutsche Bahn. Die meisten Angebote können über die moovel App direkt gebucht und bezahlt werden.

Aber auch Uber kommt aktuell wieder mit neuem Geschäftsmodell in drei deutschen Städten ins Spiel: München, Berlin und Düsseldorf. Mit Uber X kann ein Mietwagen mit professionellem Chauffeur per App gerufen werden, in Düsseldorf kommt über Uber Green sogar ein Fahrer mit Elektroauto.

 

 

Ridesharing ist Big Business

Wie groß die Nachfrage nach Ridesharing und wie vielversprechend das Engagement in diesem noch neuen Mobilitätssegment ist, zeigt ein Blick auf die Statistik: In Deutschland nutzten 2016 bereits 4,2 Millionen Menschen Ridesharing, 2018 waren es 5,9 Millionen. 2022 sollen es rund 8,3 Millionen aktive Ridesharer sein, die ca. 1,25 Milliarden Euro Umsatz generieren. Nur in Deutschland!

 

Fazit: Uber musste sein in den USA erfolgreiches Geschäftsmodell, bei dem Privatleute in ihren eigenen Autos Fahrgäste befördern, in Europa anpassen. Dennoch hat Uber die Leute auf den Geschmack gebracht. Kein Wunder, denn der Game Changer aus San Francisco hat auch in der Medienlandschaft auf sich aufmerksam gemacht. Mit seinem Ursprungsmodell ist Uber erst einmal ausgebremst, doch die Nachfrage nach Ridesharing-Angeboten wächst weiter, vor allem in deutschen Großstädten. Ob Uber oder andere Dienste: Was wir im stark reglementierten deutschen Markt jetzt benötigen, sind nutzerfreundliche Lösungen. Im Klartext: Mobilität muss vielfältig, flexibel, laufend verfügbar und günstig sein.

 

Neben moovel machen auch andere deutsche Ridesharing-Dienste mobil. So sind in Berlin die Berlkönige unterwegs. Das sind Shuttles, die Daimler gemeinsam mit dem BVG betreibt. In Stuttgart bietet die SSB gemeinsam mit moovel ein appbasiertes Mobilitätsangebot „SSB Flex“, das den öffentlichen Nahverkehr durch individuelle flexible Fahrten ergänzt. Hier kommt eine Flotte von 10 Mercedes-Benz V-Klassen mit elektrischem Antrieb zum Einsatz – im Sinne einer nachhaltigen Mobilität. Auch MOIA von Volkswagen ist ein appbasierter Shuttleservice mit Fahrpreisen, die sich zwischen einem ÖPNV-Ticket und einer Taxifahrt bewegen.  

Fakt ist: Ridesharing ist zwar im Kommen, aber hat sich in der urbanen Realität noch nicht richtig etabliert.

Die Nachfrage ist da, an den passenden Angeboten hapert es noch. Hierin steckt das mobile Wachstumspotenzial der Zukunft. Eine Riesenchance für innovative und zugreifende Player! Vertraut man dem Gesetz des Marktes, wird es am Ende wahrscheinlich nur wenige Anbieter bzw. Marktplätze für Mobilität geben. Der attraktivste wird der sein, welcher viele Angebote aggregiert, ähnlich Google und Amazon.

 

Wer wird das „Amazon“ der Mobilität? Wir nehmen gerne Wetten an.

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