Die Mobilitätsmacher. Ein Road-Interview.

Vor zwei Jahren hat Daimler den Mobilitätsdienstleister Athlon, europaweit bekannt als Mehrmarken-Mobilitätsdienstleister, gekauft, um das Geschäft mit der Business-Mobilität auszubauen. Daimler Fleet Management wird in Athlon integriert und zukünftig das Flottengeschäft allein unter der Marke Athlon geführt. Wir haben mit Geschäftsführer André Girnus und Vertriebsleiter Christian Gelhard über die Integration und ihre Bedeutung für die Kunden gesprochen.

Athlon und Daimler Fleet Management werden ein Unternehmen. Wie profitieren die Kunden von der Zusammenführung?

André Girnus: Unter einem Dach haben wir zwei Stärken gebündelt. Athlon bringt sein großes Mehrmarken-Know-how sowie Internationalität ein. Daimler Fleet Management wirft die enge Verzahnung mit dem Mercedes-Benz Händlernetz in die Waagschale. Durch die Integration sind wir einerseits bestens aufgestellt, um die Bedürfnisse unserer Kunden rund um die Mobilität ihrer Mitarbeiter zu erfüllen. Andererseits bringen die Kollegen mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen viele neue Ideen ein, anhand derer wir unser Angebot weiterentwickeln.

Christian Gelhard: Von dem erweiterten Portfolio profitieren in erster Linie unsere Bestandskunden. Ich denke aber auch, dass wir für potenzielle Kunden interessanter sind als vor der Integration. Unser Fokus liegt auf ganzheitlichen Mobilitätskonzepten und Gehaltsumwandlungsmodellen. Wir kombinieren jetzt die innovative Produktvielfalt von Athlon mit den Mobilitätsangeboten von Daimler.

Welche Lösungen sind das ganz konkret?

Christian Gelhard: Die Mitarbeiter unserer Kunden können jetzt beispielsweise auch das stationsunabhängige Carsharing-Angebot 'car2go for business' nutzen. Eine weitere Option, um gleichzeitig Reisekosten zu sparen und den Abrechnungsaufwand zu reduzieren. Daimler hat sein Mobilitätsportfolio in den vergangenen Jahren stark ausgebaut, unter anderem mit der Gründung von moovel, dem Kauf von mytaxi oder der Beteiligung an Flixbus. Da gibt es also noch sehr viel Potenzial für die Integration in unser Portfolio.

In diesem Jahr haben Sie den Bereich 'Customer Excellence' geschaffen. Was steckt genau dahinter?

André Girnus: Mit dem neuen Bereich unter der Leitung von Helma Karohl wollen wir noch stärker auf unsere Kunden und ihre sich wandelnden Mobilitätsbedürfnisse eingehen. Mehr noch: Wir wollen die Bedürfnisse von morgen antizipieren und die Beratung kontinuierlich verbessern, damit sie weit mehr als nur eine Betreuung ist. Das geht hin bis zu den Prozessen rund um die Mitarbeitermobilität auf Seite unserer Kunden. Kurz gesagt: Es geht um die Weiterentwicklung vom Fuhrparkleasing und -management hin zum ganzheitlichen Mobilitätsmanagement für Geschäftskunden.

Wie kann Mobilität auf Mitarbeitermotivation einzahlen?

Christian Gelhard: Wichtig ist, dass die Mitarbeiter eine Wahl haben, und zwar ihren Vorlieben entsprechend. Aktuell ist bei vielen Mitarbeitern ein eigener Dienstwagen noch hoch im Kurs, zukünftig wird es ihnen mehr und mehr um die flexible Nutzung verschiedener Lösungen gehen. Mit „My Benefit Kit“ bieten wir unseren Kunden eine Plattform, auf der ihre Mitarbeiter – einem bestimmten Budget entsprechend – wählen können, ob sie einen günstigeren Wagen fahren, dafür aber zum Beispiel noch ein Elektrobike hinzubuchen wollen. Diese Freiheit zahlt auf die Zufriedenheit ein und kann natürlich auch in Sachen 'Employer Branding' genutzt werden.

Welche Trends haben den größten Einfluss auf Ihr Geschäft?

André Girnus: Megatrends wie Urbanisierung, technische Entwicklungen wie autonomes Fahren oder gesellschaftliche Trends wie autofreie Innenstädte werden auch unser Geschäft stark beeinflussen. Darin sehe ich eine echte Chance. Das Auto wird weiterhin eine Schlüsselrolle spielen, jedoch verbunden mit anderen Dienstleistungen. In vielen Fällen bleibt das Auto die beste Option – aber in weitaus vielfältigeren Varianten. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft nicht komplett auf das Auto als Individuallösung verzichten. Das heißt nicht, dass jeder ein Auto vor seiner Haustür benötigt, sondern dass intelligente Konzepte entwickelt werden. Daran arbeiten wir.

Christian Gelhard: Bei aller Angebotsvielfalt geht es aus Kundensicht natürlich auch immer darum, die Kosten zu optimieren. Hierzu können wir beitragen, indem wir Prozesse verschlanken und wie im bereits genannten Beispiel mit dem car2go-Paket kostengünstige Alternativen anbieten. Beim klassischen Fuhrparkgeschäft kann die Einführung von Telematik sinnvoll sein, um Kosten zu senken und den Aufwand zu minimieren. Hier haben wir den Vorteil, dass wir wieder auf Daimler Lösungen zurückgreifen können, die dann auch für Mehrmarken-Fuhrparks einsetzbar sind, wie 'connect business'.

Stichwort „Elektromobilität“. Wie bereitet sich Athlon auf das Thema vor?

Christian Gelhard: Elektromobilität gehört definitiv zu unseren Schwerpunktthemen. Hier sind ganzheitliche Lösungen gefragt. Wir wollen unseren Kunden nicht nur Elektrofahrzeuge zur Verfügung stellen, sondern denken an die gesamte Ladeinfrastruktur von der Ladesäule bis zur Ladekarte. Gerade was Elektromobilität als neue Antriebsform angeht, ist eine individuelle Beratung besonders wichtig. Die Digitalisierung spielt auch hier eine große Rolle: mit Blick auf Effizienz für die Unternehmen und Komfort für die Nutzer.

Eine persönliche Frage zum Schluss: Was macht Ihnen im Job am meisten Spaß?

André Girnus: Zwei Teams zusammenzuführen und gemeinsam eine neue Unternehmenskultur zu schaffen ist eine tolle Aufgabe. So eine Möglichkeit bekommt man nicht alle Tage.

Christian Gelhard: Das begeistert auch mich. Daimler und Athlon bringen jeweils mehr als hundert Jahre Geschichte mit, gleichzeitig entwickeln sich die Bedürfnisse unserer Kunden und ihrer Mitarbeiter rasant weiter. Das macht es für mich so reizvoll, hier an Bord zu sein und den Kurs mitzuentwickeln.  


 André Girnus - Geschäftsführer

Christian Gelhard - Sales Manager

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