WLTP und RDE: Mehr Transparenz für Kunden

Der neue Europäische Fahrzyklus NEFZ ist überholt. Über 20 Jahre lang war er das Messverfahren für Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemissionen von Fahrzeugen. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass diese Prüfstandmessungen erheblich von den realistischen Bedingungen auf der Straße abweichen. Jetzt stehen die Zeichen auf Neuanfang. Der neue Prüfstandard heißt WLTP und liefert Testergebnisse, die sich näher am realen Fahrgeschehen orientieren.

 

Mehr Präzision mit WLTP

WLTP – „Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure” gilt als der neue Prüfstandard für alle EU-Staaten.

Das Verfahren soll einen realistischeren Verbrauch an Kraftstoff- und Abgasemissionen abbilden. Denn mit WLTP wird der Verbrauchstest zwar auch im Labor, aber unter realeren und alltäglicheren Umständen gemessen. Beispielsweise wird zwischen Stadt-, Überland- und Autobahnfahrten unterschieden. Außerdem wird nicht mehr wie bislang nur die Basisvariante getestet, sondern es werden auch Zusatz- und Sonderausstattungen im CO2-Wert eines Fahrzeugs berücksichtigt.

Bei Elektrofahrzeugen werden statt der Schadstoffemissionen der Strombedarf und die Reichweite gemessen. Ein Stromzähler erfasst nach dem Test die verbrauchte Strommenge und die Energieverluste der Batterie beim Laden.

 

Für die Erstzulassung neuer Pkws gilt WLTP seit 1. September 2018. Für die Erstzulassung größerer leichter Nutzfahrzeuge ist der 1. September 2019 Stichtag – also ein Jahr später.
Das Pkw-Label und weitere Verbraucherinformationen werden erst ab Frühjahr 2019 auf die neuen Werte umgestellt, da die entsprechende neue Gesetzgebung erst zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen sein wird.

 

RDE – Messung im realen Straßenverkehr

Neben dem neuen WLTP wird es zur Einhaltung der neuen Euro 6d-TEMP-Abgasnorm eine zusätzliche Messung auf der Straße geben: RDE – Real Driving Emissions. Beim RDE-Verfahren sind Stickoxid- (NOx) sowie Partikelemissionen (PN), die einem Grenzwert unterliegen, Gegenstand der Messung. Die Prüfung kann deshalb bis zu zwei Stunden dauern. Weil die Rahmenbedingungen variieren, sind die Ergebnisse im Gegensatz zum WLTP-Verfahren nicht vergleichbar. Seit dem 1. September 2017 gilt RDE für alle neu zu zertifizierenden Typen, ab dem 1. September 2019 wird es für alle Neufahrzeuge verbindlich. Auch alle seit September 2018 neu zugelassenen Autos müssen dann durch RDE getestet sein.

 

Was bedeutet das für Ihren Fuhrpark?

Durch die neuen Prüfverfahren könnten Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen höher ausfallen. Dadurch kann es bei der Kfz-Steuer zu Mehrbelastungen kommen.
Ein Panoramadach, eine Anhängerkupplung, ein Reserverad und besondere Felgen haben Einfluss auf die Fahrzeug-Aerodynamik, den Rollwiderstand, die Fahrzeugmasse und den Stromverbrauch. Damit können sie die WLTP-Verbrauchswerte schnell ansteigen lassen.  

Fazit: Die durch die neuen Prüfverfahren angepassten höheren Werte können für Dienstwagennutzer zu einer Reduzierung der Konfigurationsmöglichkeiten führen und damit Auswirkungen auf die Dienstwagenüberlassungs- und Arbeitsverträge haben.


Haben Sie Fragen zu den neuen Prüfverfahren?

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