Elektromobilität auf der Überholspur

Die Formel E wird zum Schaufenster für zukunftsweisende Technologien.

Agata und Daniel sind das erste Mal bei einem Formel-E-Event zu Gast, dem Berlin E-Prix. Das Paar aus Brandenburg hat im vergangenen Jahr das Studium abgeschlossen und findet es super, dass im Rahmenprogramm des Rennens so viele Hersteller und Unternehmen ihre Produkte präsentieren.

„Die Formel E hat ein deutlich besseres Marketing als die Formel 1“, sagt Daniel. Er vermisst bei den leisen E-Fahrzeugen zwar ein wenig den Benzingeruch und den Sound, aber er findet Elektromobilität für Klimaschutz und Nachhaltigkeit alternativlos.

Tatsächlich will die Formel E nicht nur mit rasenden Rennern auf kurvigen Großstadtkursen begeistern, sondern auch zeigen, wie der Übergang zur Elektromobilität auf globaler Ebene möglich ist.

Alejandro Agag, Gründer und CEO der Formel E, hat intensiv darüber nachgedacht, womit das Formel-E-Event ergänzt werden kann, um mehr Relevanz zu schaffen. Die Lösung: Mit dem Greentech Festival als Rahmenprogramm wird die Formel E zum Schaufenster für Innovationen rund um die Elektromobilität und andere grüne Technologien. Beim diesjährigen Berlin E-Prix Ende Mai konnten interessierte Besucher wie Agata und Daniel sich auf dem stillgelegten Flughafengelände Tempelhof umfassend über elektrisierende Neuheiten und Trends informieren.

Mitbegründer des Greentech Festivals ist kein Geringerer als der Formel-1-Weltmeister von 2016, Nico Rosberg. Das Event will Nachhaltigkeit in verschiedensten Lebensbereichen abbilden – Elektromobilität, Energie, Ernährung und Lifestyle. Auf rund 25.000 Quadratmetern gab es in Berlin zahlreiche Entwicklungen zu bestaunen. Natürlich den neuen Tesla Model 3, aber auch Prototypen der weltweit ersten Flugtaxis, ein E-Bike aus dem 3D-Drucker, eine autarke Motoryacht, die ausschließlich mit Solarstrom versorgt wird, und viele weitere zukunftsweisende Produkte, Konzepte und Ideen. Höhepunkt war die Verleihung der Green Awards.(1)

Die Formel E ist die perfekte Plattform für Unternehmen, die die Generation der Millennials erreichen wollen.

Die Formel E verfolgen überwiegend junge Leute. Und das macht die Serie so interessant für Marken, die Millennials auf sich aufmerksam machen wollen. Wir reden hier von Menschen, bei denen Themen wie Energiewende und CO2-Reduktion längst angekommen sind. Leute, die aktiv nach Lösungen suchen. Deshalb steht das junge Publikum auch im Fokus der Formel-E-Vermarkter. Der Plan, die Serie bei Jugendlichen bekannter zu machen, ist aufgegangen. Im Fernsehen verfolgten 2018 mehr als 300 Millionen Fans die Stadtrennen in Berlin, Rom, Tokio, Peking, São Paulo und New York. Die Übertragung des Berlin E-Prix in der ARD war mit 1,46 Millionen Zuschauern ein Riesenerfolg.(2)

In den sozialen Medien geht die Post ab.

Über YouTube, Twitter, Facebook und Instagram erreichte die Elektroserie 2018 fast 320 Millionen Videoaufrufe, das sind 675 Prozent mehr als im Vorjahr.(3)
Bei solchen eindrucksvollen Zuwachsraten dürfte eines sicher sein: Die Jugendlichen finden E-Autos schon heute cool. Ganz zur Freude der immer zahlreicher werdenden Sponsoren.

Cool sind mit Sicherheit auch die interaktiven Möglichkeiten, die die Formel E ihrer Fangemeinde bietet. Beispielsweise der „Fanboost“. Dabei können die Zuschauer vor jedem Rennen im Internet abstimmen, welchen Fahrern sie für wenige Sekunden 100 Kilojoule Extra-Energie spendieren.

Das junge, moderne und ökologische Image der Formel E dürfte mit ein Grund sein, warum sowohl Mercedes-Benz, Porsche, Nissan als auch BMW angekündigt haben, in die Formel E einzusteigen.

Für die Hersteller ist die Formel E das härteste Prüffeld auf dem Weg zur Elektromobilität. Nirgendwo unterliegen die Komponenten eines E-Autos größeren Belastungen. Darum ist der Kampf auf der Rennstrecke auch Pflichtübung für alle, die beim Wettlauf um die Mobilität der Zukunft später auf dem Siegertreppchen stehen wollen.

Formel E – Quick Overview

Die Formel-E-Meisterschaft ist eine junge Rennserie für Formelwagen mit Elektromotor. Sie wird seit September 2014 auf 12 Stadtkursen auf fünf Kontinenten in folgender Reihenfolge ausgetragen: Diriyya (Saudi-Arabien), Marrakesch, Santiago, Mexiko-Stadt, Hongkong, Sanya (China), Rom, Paris, Monaco, Berlin, Bern, New York. Die urbane Umgebung mit vielen Kurven sorgt für extrem spannende Nahkämpfe.

Die Formel E bringt innovative E-Fahrzeugtechnologie auf die Straße. 2019 treten neun Autohersteller gegeneinander an. Damit ist die Formel E auch ein Kampf um die Zukunft der Mobilität von morgen.

22 Fahrer und 11 Teams kämpfen um den Titel. Anstelle des Aufladens werden die Fahrzeuge während des Rennens gewechselt.

Die Formel E ist für die Zuschauer ein interaktiver Spaß. Online können die Fans das Ergebnis des Rennens beeinflussen. Mit dem Fanboost kann man beispielsweise für seinen Lieblingsfahrer stimmen, damit er die Chance auf einen zusätzlichen Energieschub während des Rennens erhält.

 

Quellennachweise:

(1)GREENTECH SHOW GmbH, Berlin
(2)(3)e-formel.de, das deutschsprachige Portal zur Formel E

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